Dr. Jaglas aus Berlin, Kräuterelixiere aus der Apotheke
Dr. Jaglas ist die Berliner Manufaktur der Apothekerfamilie Jagla. Grundlage der Elixiere ist eine alte Klosterapotheken-Rezeptur, die der Betrieb seit 2002 weiterführt und 2015 unter eigenem Namen aus der Apotheke herausgeholt hat. Heute stehen Kräuterbitter, ein Gin und alkoholfreie Aperitifs nebeneinander.
Dr. Jaglas steht für Kräuterbitter, die nicht in einer Brennerei entstanden sind, sondern in einer Apotheke. Hinter der Marke steht Dr. Christina Jagla, Apothekerin in dritter Generation, die den Betrieb am Borsigturm in Berlin-Tegel führt. Die Rezepturen stammen aus dem Familienarchiv, die Kräuter werden in Apothekenqualität eingekauft.
Eine Rezeptur aus der Klosterapotheke und ein Vater mit Artischocken
Am Anfang steht kein Marketingplan, sondern eine Offizin. Die Familie Jagla führt seit Jahrzehnten Apotheken, und wie in vielen Apotheken gab es auch hier eine Hausrezeptur für einen Kräuterbitter, deren Ursprung in einer mittelalterlichen Klosterapotheke liegt.
Helmut Jagla, Apotheker und Vater der heutigen Inhaberin, hat diese überlieferte Mischung um Artischockenblätter aus regionalem Anbau ergänzt. Aus dieser Ergänzung wurde das Artischocken Elixier, das bis heute das Produkt ist, mit dem alles begann: über dreißig Wurzeln, Rinden und Blüten, getragen von der Bitterkeit der Artischocke.
Bis 2015 blieb das eine Apothekenspezialität, die man nur über den HV-Tisch bekam. Erst mit der Gründung der Marke Dr. Jaglas ließ sich die Rezeptur auch außerhalb der Apotheke abgeben, an Gastronomie, Feinkosthandel und Concept Stores. Das erklärt, warum diese Flaschen anders aussehen als klassische Kräuterliköre und warum auf dem Etikett ein Äskulapstab steht.
Elixiere, Gin und alkoholfreie Aperitifs
Das Sortiment teilt sich in drei Gruppen, die denselben Kräuterzugang teilen und sich in Anlass und Alkoholgehalt unterscheiden.
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Die Elixiere sind die Kräuterbitter des Hauses: Artischocke, Apfel-Malve, Golfers Ginseng, Maca Ginseng und die Glühweinkräuter. Jedes gibt es als 500-ml-Flasche und als 50-ml-Probierformat, was das Durchprobieren ohne großen Einsatz erlaubt.
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Gin Seng übersetzt denselben Ansatz in einen Gin, mit Ginseng als tragender Botanical neben dem Wacholder.
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Die alkoholfreien Aperitifs Herber Hibiskus, San Limello, San Orangello und San Pompello sind Konzentrate, die mit Wasser oder Schaumwein aufgegossen werden. Trinkfertig gemischt gibt es sie als Spritz in der Flasche, aufgegossen mit Sparkling Riesling vom Weingut Leitz, dazu das Winter-Glühen in Rot und Weiß für die kalte Jahreszeit.
Wer das Haus kennenlernen möchte, beginnt sinnvollerweise beim Artischocken Elixier oder beim Herben Hibiskus. Das eine zeigt die bittere Seite, das andere die alkoholfreie, und beide sind in der 50-ml-Flasche oder als Trio zu haben.
Bitter ist eine Geschmacksrichtung, keine Notwendigkeit
Kräuterbitter dieser Machart sind ausgesprochen bitter, und das ist Absicht. Wer Kräuterliköre bisher nur in der süßen, gefälligen Variante kennt, sollte mit einem kleinen Format anfangen statt mit der großen Flasche. Umgekehrt gilt: Wer Amaro, Enzian oder Fernet mag, wird hier schnell fündig.
Getrunken werden die Elixiere pur bei Zimmertemperatur oder auf Eis, im Longdrink mit Tonic und in Cocktails anstelle eines italienischen Amaro. Für die Dosierung gibt es einen passenden Aufsatz, für die Verkostung ein Set aus sechs kleinen Gläsern.
Kräuterbitter aus Berlin, deren Rezeptur älter ist als die Marke.